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Kommentar in der Kleinen Zeitung 16.3.2001
TELEFRITZ: Morak & Markt Erstaunlich, welche Energie diese sonst so aktive Regierung auch in Verhinderung investiert. Die Rede ist von den so genannten Freien Radios. Das sind jene zehn Lokalstationen, die ohne jegliche Werbung senden und die allen Interessierten Zugang bieten. (Rund 1200 Leute arbeiten gratis mit, nur 20 sind angestellt.) Jedes zivilisierte Land hat Freie Radios: Frankreich etwa 600, Deutschland rund 70. Erstere werden von den dortigen Kommerziellen finanziert. In Deutschland tun dies -per Gesetz - die Landesmedienanstalten. Unser Bundeskanzleramt hatte noch 1999 rund vier Millionen Schilling für die Freien übrig. Im Vorjahr waren es noch eben 1,5 Millionen. Heuer soll es gar nichts mehr geben. Franz Morak meint: Holt euch das Geld auf dem Markt. Ein Irrtum: Die Freien sind genau dafür da, dass sie eben nicht dem Werbedruck unterliegen, dass sie auch kein Geld von den Mediengiganten nehmen, dass sie, wie der Salzburger Kommunikationswissenschafter Manfred Knoche sagt, ein Komplementärprogramm zu den bestehenden Monopolen bieten. Dafür gibt es zwar einen kleinen Hörermarkt, aber keinen Finanzmarkt. Kleiner Denkanstoß: Wo wären die Musikschulen, wo die Blasmusik ohne öffentliche Mittel?! Markt, Herr Staatssekretär, kann heilsam sein. Aber er ist sicher kein Allheilmittel. |